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Porte d'un temple dans le lac Ashi à Hakone.

Zwischen Kirschblüten und Tempeln: Japan (und Seoul) im Rollstuhl

Posted on 7 January 20267 January 2026 by Clotilde

Das war eine Reise, von der ich schon lange geträumt hatte: nach Japan zu fahren und im Frühling die Kirschblüten zu sehen. Unsere Hochzeitsreise war die perfekte Gelegenheit dafür — zumal das Reiseziel im Rollstuhl einigermaßen machbar schien… was sich im Großen und Ganzen bestätigt hat. Also sind wir Anfang April für zwei Wochen aufgebrochen, aufgeteilt zwischen Tokio, Kyoto, Hakone und zwei Tagen in Seoul auf dem Rückweg. In diesem Beitrag erzähle ich, wie die Barrierefreiheit in Japan und Seoul in der Realität aussieht: öffentliche Verkehrsmittel, Tempel, Gehwege, Museen — ehrlich und ausführlich.


Tage 1–3: Tokio im Rollstuhl

Wir kommen abends in Tokio an und sehen von der Stadt erst einmal nur die Strecke vom Flughafen Haneda zu unserem Hotel in Ginza.


Tag 1: Asakusa, Ueno-Park, Nationalmuseum Tokio, Akihabara & Nihonbashi

Unser erster kompletter Tag in Tokio beginnt im traditionellen Stadtteil Asakusa mit dem Senso-ji-Tempel. Die Einkaufsstraße, die zum Tempel führt, ist voller Menschen. Es ist Buddhas Geburtstag, der mit vielen Aktionen rund um den Tempel gefeiert wird. Der Tempel ist mit einem Aufzug zugänglich, den uns ein Mitarbeiter freundlich zeigt.

Von Senso-ji aus spazieren wir durch Asakusa in Richtung Ueno-Park. Eine positive Überraschung: Die Gehwege sind gut zugänglich. Manchmal gibt es keinen Bürgersteig, sondern nur Markierungen auf der Straße — die Autofahrer respektieren diese allerdings und fahren sehr rücksichtsvoll.

Der Ueno-Park mit seinen blühenden Kirschbäumen ist wunderschön… und wir teilen dieses Erlebnis mit vielen anderen Besucherinnen und Besuchern.

Anschließend besuchen wir das Nationalmuseum Tokio. Der Eingang ist barrierefrei, und gegen Vorlage meines österreichischen Behindertenausweises erhalten wir ermäßigte Tickets — nachdem ihn drei Mitarbeitende geprüft haben, wird er akzeptiert. Im Museum ermöglichen Rampen und Aufzüge den Zugang zu den japanischen Kunstsammlungen, darunter wunderbare Holzschnitte — für die ich schon immer eine Schwäche hatte. Wir trinken sogar Tee in einem kleinen Gartenpavillon. Sehr idyllisch.

Wir spazieren noch einmal durch den Ueno-Park weiter nach Akihabara, wo wir einige Geschäfte besuchen — allerdings ohne lange zu bleiben: Der Geräuschpegel ist für mich etwas hoch und nicht alle Läden sind wirklich gut zugänglich.

Zurück ins Hotel geht es zu Fuß durch das Viertel Nihonbashi.

Auf Tokios Straßen…


Tag 2: TeamLab Borderless, Azabudai Hills, Hamarikyu Garten, Ginza, Mandarin Oriental & Mitsukoshi Nihombashi.

Bis auf eine Installation ist das TeamLab Borderless vollständig rollstuhlgerecht. Am Eingang erhalten wir ein Tablet mit einem Plan der barrierefreien Bereiche, was die Orientierung sehr erleichtert. Die Installationen sind spektakulär und unglaublich kreativ, und wir machen sogar eine Pause im dunklen Tee-Salon — auch dort mit einigen Überraschungen. Ich hatte die Tickets (mit Rollstuhl-Ermäßigung) im Voraus gekauft — zum Glück, denn das Museum ist schon am Morgen für den gesamten Tag ausverkauft.

Wir bummeln danach durch Azabudai Hills, das Einkaufszentrum, in dem TeamLab liegt — mit eleganten Boutiquen.

Von dort geht es zu Fuß weiter in den schönen Hamarikyu-Garten mit Blick auf den Hafen — die blühenden Bäume machen richtig Frühlingslaune.

Dann etwas Shopping in Ginza — Asics für meinen Mann, Uniqlo für mich, Muji zum Stöbern.

Anschließend fahren wir ins Mandarin Oriental, um Tee und einen Cocktail zu trinken — ein wenig Lost in Translation-Atmosphäre, nur früher am Tag, aber mit genauso beeindruckender Aussicht.

Ganz in der Nähe liegt das Kaufhaus Mitsukoshi Nihombashi — ein bisschen wie Harrods — mit einer Dachterrasse und Blick über Tokio.

Team Lab Borderless


Tag 3 Vormatting: Marunouchi, Kaiserpalastgärten, National Museum of Western Art & Shinkansen nach Kyoto.

Den letzten Vormittag in Tokio verbringen wir im Viertel Marunouchi rund um den Bahnhof, mit einem kurzen Besuch der Kaiserpalastgärten (weit hineingehen können wir nicht) und im Nationalmuseum für westliche Kunst. Das Museum besitzt eine beeindruckende impressionistische Sammlung und liegt im Ueno-Park — der wirklich viel zu bieten hat.

Wir testen die U-Bahn, um vom Museum zum Bahnhof zu fahren, wo wir den Zug nach Kyoto nehmen. Ich wollte sehen, wie gut das außerhalb der Stoßzeiten funktioniert. Es ist recht gut zugänglich, da es einen Aufzug bis zum Bahnsteig gibt und der Zug ungefähr niveaugleich ist. Aber vermutlich ist 11:30 Uhr deutlich entspannter als 8:00 Uhr morgens…

Am Bahnhof wird uns Hilfe beim Einsteigen angeboten — die wir gern annehmen. Wir warten in einem ruhigeren Wartebereich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Das Einsteigen verläuft problemlos. Wir hören mit etwas Überraschung eine englische Durchsage, die Touristen wegen ihres großen Gepäcks kritisiert. Immerhin sagen sie es offen. Im Shinkansen gibt es sechs Rollstuhlplätze — sehr großzügig. Ich hatte versehentlich zwei davon reserviert, aber da der Zug nicht voll ist, kann mein Mann auf einem normalen Sitzplatz sitzen.

Im Shinkansen.


Tage 3-7 : Kyoto im Rollstuhl


Tag 3 Nachmittag: Kamo-Fluss, Gion, Yasaka-Shrein, Maruyama Park, Pontocho.

Nach einer entspannten Fahrt kommen wir in Kyoto an, bringen unser Gepäck ins Hotel und spazieren am Kamo-Fluss entlang, der von Kirschbäumen gesäumt ist. Dann tauchen wir in die Gassen von Gion ein, dem traditionellen Geisha-Viertel. Der Boden ist im Rollstuhl relativ gut befahrbar, aber es ist sehr voll. In Seitenstraßen wird es ruhiger. Wir beenden unseren Rundgang beim Yasaka-Schrein, der nicht vollständig barrierefrei ist und ein paar Stufen erfordert. Später entdecken wir, dass es hinten einen zugänglichen Eingang gibt, den wir dann beim Verlassen nutzen. Wir genießen die Dämmerung im Maruyama-Park hinter dem Schrein, wo unter den blühenden Bäumen Essensstände Besucherinnen und Besucher versorgen.

Nach Einbruch der Dunkelheit überqueren wir den Fluss, um Pontocho zu erkunden, bleiben aber wegen einsetzenden Regens nicht lange. Abendessen gibt es im ausgezeichneten, rollstuhlgerechten Restaurant Sushi Kizaemon.

Yasaka Shrein.


Tag 4: Arashiyama-Bambuswald, Tenryu-ji, Ryōan-ji, Kinkaku-ji, Kaiserpalast, Nijō-Schloss.

Wir fahren mit dem Taxi zum Tenryu-ji-Tempel in der Nähe des Bambuswaldes von Arashiyama. Die Tempelgebäude sind nicht zugänglich, aber der Garten schon — und im Frühling wunderschön. Die Kieswege sind zugänglich, aber nicht sehr angenehm. Danach betreten wir den riesigen Bambuswald. Einzigartig… und sehr voll. Der Weg geht bergauf und ist für den Schiebenden etwas sportlich — aber kurz und beeindruckend.

Weiter geht es per Taxi zum Ryōan-ji-Tempel mit seinem berühmten Zen-Steingarten. Den grünen Garten kann man im Rollstuhl durchqueren. Für den Tempel muss der Rollstuhl draußen bleiben, aber es werden Gehstöcke verliehen — und der Tempel ist klein. Trotzdem bin ich froh, danach wieder im Rollstuhl zu sitzen.

Kinkaku-ji ist nicht weit, also gehen wir zu Fuß hin — mein Mann schiebt mich. Der Weg ist zugänglich mit kleinen Steigungen. Es ist der vollste der drei Tempel. Der Goldene Pavillon wird nur von außen besichtigt. Die barrierefreie Route ist etwas kürzer — sobald Stufen kommen, dreht man um. Fair gelöst. Danach machen wir eine Pause im Garten und fahren weiter zum Kaiserpalast.

Der Kaiserpalast besteht aus mehreren Pavillons und Innenhöfen, die man nacheinander besucht. Insgesamt ist es gut erhalten — aber wieder viel, viel Kies…

Dann besuchen wir das Nijō-Schloss, die Residenz des Shoguns. Ich hatte ein Ticket reserviert — allerdings nur für den Außenbereich, was ich online falsch verstanden hatte. Trotzdem dürfen wir die Schlange überspringen und kostenlos hinein — sowohl Rollstuhlnutzer als auch Begleitperson zahlen nichts. Für das Innere muss ich in einen der Hausrollstühle wechseln, weil der Zugang seitlich erfolgt. Alles ist gut organisiert. Das Schloss ist wunderschön, auch wenn viele Bilder Reproduktionen sind.

Wir spazieren noch durch den Garten und trinken Tee in einem kleinen Teehaus — köstlich.

Vor einem Wagyu-Rind-Dinner in einem großartigen Restaurant bummeln wir durch die überdachte Einkaufsstraße Teramachi Kyogoku und den Nishiki-Markt. Mein Mann ist vom Kobe-Rind begeistert — ich finde es sehr lecker, aber etwas schwer im Magen…

Garten vom Nijo-Schloss.


Tag 5: Noch mehr Tempel — und Don Quijote.

Eigentlich wollten wir den Tag in Osaka verbringen… doch ein verdächtiges Paket im Bahnhof Kyoto ändert unsere Pläne. Nach einigem Warten beschließen wir, in Kyoto zu bleiben.

Wir nehmen ein Taxi zum Fushimi-Inari-Schrein, berühmt für seine Tausenden roten Torii-Tore. Insgesamt ist es gut zugänglich, auch wenn einige Abschnitte Stufen haben. Ich hätte es komplett im Rollstuhl machen können, aber da ich mich morgens fit fühlte, bin ich ein Stück gelaufen.

Nächster Halt: Tōfuku-ji. Ruhig, weniger besucht, entspannte Atmosphäre.

Dann besuchen wir Sanjūsangendō mit seinen 1001 Buddha-Statuen. Der Innenraum ist barrierefrei und die lange Halle voller goldener Figuren — alle ähnlich, alle anders — ist beeindruckend. Es riecht stark nach Weihrauch.

Zurück im Hotel mache ich ein Nickerchen — ich bin sehr müde — bevor wir kurz den Garten des Nationalmuseums Kyoto besuchen. Das Museum selbst ist leider geschlossen, aber der Garten ist schön.

Den Tag beenden wir mit einem Besuch bei Don Quijote, um Souvenirs für Familie und Freunde zu kaufen.


Tag 6: Philosophenweg, Tempel, Teezeremonie.

Zu Beginn nieselt es etwas, aber nach dem Besuch des Ginkaku-ji (Silberner Pavillon) hört es bald auf. Dieser Tempel ist bescheidener als sein goldener Bruder, aber der Garten ist wunderschön — auch wenn er nur teilweise zugänglich ist.

Wir spazieren weiter auf dem Philosophenweg entlang des Kanals mit Kirschbäumen. Am frühen Morgen ist es angenehm leer. Der Weg direkt am Wasser ist gepflastert und daher in Teilen schwierig im Rollstuhl — zum Glück gibt es eine parallele Asphaltstraße.

Anschließend besuchen wir den kleinen, ruhigen Hōnen-in und dann Eikan-dō. Auch hier ist das Gebäude nicht vollständig barrierefrei, aber man kann einen Rollstuhl ausleihen. Die Gärten sind wunderschön.

Vor einem Abstecher ins Kyoto Handicraft Center (Kimono, Bücher) kommen wir am riesigen Chion-in vorbei, mit einem beeindruckend großen Tor. Mittagspause ist im Koma Gallery Café — ruhig und mit glutenfreien Gerichten.

Am Nachmittag spazieren wir durch das historische Viertel Sannenzaka, sehr charmant, aber voll und nicht sehr zugänglich, sowie durch das lebhafte Higashiyama.

Nach einer Pause im Hotel geht es zu einer Teezeremonie bei Maikoya. Der Empfang ist herzlich — sehr flexibel mit dem Rollstuhl — und wir tragen traditionelle Kleidung. Die Erfahrung wechselt zwischen Erklärungen und stillen Momenten.

Wir schließen den Tag mit ein wenig Shopping (Tee, Stoffe) in der überdachten Teramachi Kyogoku-Straße ab.

Philosophenweg.


Tag 7 Vormittag: Ein letzter Tempel und der Bahnhof.

An unserem letzten Morgen in Kyoto besuchen wir den Tō-ji-Tempel mit seiner fünfstöckigen Pagode. Das Gelände ist barrierefrei und der Garten wunderschön.

Dann fahren wir zum Bahnhof, nehmen den Zug nach Odawara und anschließend einen Regionalzug nach Hakone. Alles läuft reibungslos.


Tage 7-8: Hakone im Rollstuhl.


Tag 7 Nachmittag: Hakone.

Wir fahren zu unserem Hotel mit barrierefreiem Zimmer und verbringen den Nachmittag zwischen Onsen und den schönen Gemeinschaftsräumen.


Tag 8: Owakudani, Hafen von Hakone, Open Air Museum.

Wir erkunden Hakone und fahren mit dem Bus zum Vulkan Owakudani. Oben ist es sehr windig und kalt, mit aufsteigenden Schwefeldämpfen. Leider fährt die Seilbahn zum Ashi-See nicht. Also nehmen wir den Bus zurück zum See, wo wir am Straßenrand entlanglaufen — der Uferweg ist nicht wirklich zugänglich, daher ist der Spaziergang etwas weniger angenehm. Ein Stück Kuchen am See wärmt uns wieder auf.

Danach ist der Weg bis zum Hakone-Schrein halbwegs zugänglich. Das Torii im Wasser ist sehr beeindruckend. Der Zugang ist begrenzt, daher belassen wir es bei einem kurzen Besuch und fahren weiter zum Hafen von Hakone. Von dort nehmen wir den Bus zum Hakone Open-Air Museum — ein echtes Highlight. Alles ist barrierefrei, das Gelände ist wunderschön und die Kunstwerke — darunter Picasso und viele Skulpturen im Freien — sind großartig.

Tempel auf Ashi-See – nicht wirklich rollstuhlgängig.

Hakone Open Air Museum

Am Abend fahren wir mit dem Zug zurück nach Tokio. Ein kleiner Zwischenfall: Wir hatten nur Sitzplatzreservierungen, aber keine Tickets — was vorher niemandem aufgefallen war. Nachzahlen — und alles ist erledigt.

Dann checken wir im Hotel in Tokio ein.


Tage 9-11 : Tokio im Rollstuhl (aber andere Viertel).


Tag 9: Harajuku, Shibuya, Omotesando, Yoyogi-Park, Sakurai Japanese Tea Experience, Karaoke.

Wir beginnen den Tag mit einem Spaziergang nach Harajuku. Die Stimmung ist jung, bunt und lebendig — genauso wie in Shibuya mit seiner berühmten Kreuzung, die wir vom Starbucks aus fotografieren.

Weiter geht es in den ruhigeren Yoyogi-Park und anschließend zum Meiji-Jingu-Schrein, der von Wald umgeben ist.

Wir erkunden Omotesando mit seinen eleganten Boutiquen und beenden den Nachmittag im Sakurai Japanese Tea Experience. Sehr entspannend — jedenfalls für mich, mein Mann ist weniger Teefan. Die Tees sind wunderbar zubereitet, und das Essen — Kastanienreis mit Sardine und ein traditionelles Dessert — ist ausgezeichnet. Ein Moment zum Innehalten.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch den Togo-Schrein und gehen dann zum Pasela Karaoke. Es gibt einen Aufzug und wir haben eine private Kabine für vier Stunden, in denen ich die (versteckten) Gesangstalente meines Mannes entdecke…


Tag 10: Shinjuku (Shinjuku Gyoen, Golden Gai, Spaziergang). Tokyo Metropolitan Government Building.

Unser letzter Tag in Japan. Wir beginnen im Shinjuku Gyoen — weitläufig und wunderschön zu dieser Jahreszeit. Die Barrierefreiheit ist gut.

Dann spazieren wir durch Shinjuku bis nach Golden Gai — abends ein Ausgehviertel, morgens aber sehr ruhig. Die engen Gassen sind im Rollstuhl befahrbar — allerdings nur, weil niemand unterwegs ist…

Wir fahren auf die Aussichtsplattform im Tokyo Metropolitan Government Building für einen letzten Blick über die Stadt. Wir können dank Rollstuhl einen Teil der Schlange umgehen, aber das Personal ist nicht besonders hilfsbereit.

Danach essen wir Sushi in einem Laufbandrestaurant. Zu Fuß geht es zurück zum Hotel — über Harajuku.

Ein Taxi holt uns am Hotel ab und bringt uns zum Flughafen. Wir verlassen Tokio müde, aber voller schöner Eindrücke.

In Seoul kommen wir problemlos an und fahren mit dem Taxi ins Hotel.


Tage 11-12: Seoul im Rollstuhl

Insgesamt sind die Gehwege recht gut zugänglich. Es gibt jedoch nicht überall Rampen. Wir nutzen hauptsächlich Taxis, da die Stadt groß und hügelig ist.


Tag 11: Insa-dong, Palaste, Kathedrale.

Wir beginnen in der Insa-dong-Straße mit vielen Souvenir- und Kunsthandwerksläden. Kurz besuchen wir den Jogyesa-Tempel — bunt geschmückt mit Figuren und Laternen.

Dann gehen wir weiter zum Gyeongbokgung-Palast über den großen Platz mit dem imposanten Gwanghwamun-Tor. Der Palast besteht aus mehreren Höfen und kleinen Gebäuden. Die Gärten sind weniger beeindruckend als in Japan. Das Gelände ist weitgehend barrierefrei. Wer traditionelle Kleidung trägt, zahlt keinen Eintritt — daher tragen viele Besucher Hanbok, was der Stimmung etwas Festliches verleiht.

Wir besuchen anschließend das traditionelle Viertel Bukchon Hanok mit gepflasterten Gassen und alten Häusern. Einige Steigungen sind steil und die Bürgersteige uneben. Da es sehr voll ist, bleiben wir nicht lange und fahren weiter zum Changgyeonggung-Palast — mit Teepause auf dem Weg.

Mittagessen ist Bibimbap mit Banchan — köstlich!

Nach einer Ruhepause im Hotel geht es nach Myeongdong — Neonlichter, Geschäfte, Streetfoodstände. Bevor wir gehen, besuchen wir noch die katholische Kathedrale von Seoul aus dem 19. Jahrhundert — in einem Land, in dem fast 30 % der Bevölkerung katholisch sind.

Wir beenden den Tag mit einem abendlichen Spaziergang entlang des Cheonggyecheon — sehr angenehm, mit Aufzügen und Rampen.

Palast Gyeongbokgung

Cheonggyecheon


Tag 12: Starfield, Gangnam, War Memorial of Korea.

An unserem letzten Tag tauschen wir traditionelle Paläste gegen modernes Seoul. Zuerst fahren wir ins Starfield Coex Mall — ein riesiges unterirdisches Einkaufszentrum. Besonders beeindruckend ist die Starfield Library mit ihren hohen, geschwungenen Bücherwänden.

Weiter geht es nach Gangnam — weltweit bekannt durch das Lied, aber auch ein schickes Geschäftsviertel mit Wolkenkratzern und Luxusläden. Die Gehwege sind breit und in gutem Zustand, aber es gibt mehrere Steigungen. Zum Mittagessen fahren wir mit dem Taxi zu einem Restaurant und essen leckeres Bulgogi.

Unsere nächste Station ist das War Memorial of Korea. Draußen sehen wir uns Flugzeuge, Panzer und Militärfahrzeuge an, anschließend besuchen wir die Ausstellung über den Koreakrieg. Sehr interessant.

Da ich müde bin und es regnet, fahren wir mit dem Taxi zurück zum Hotel. Später gehen wir noch einmal hinaus — für Bibimbap und einen Kühlschrankmagneten.

Gangnam


Zusammenfassung: Allgemeine Eindrücke zur Barrierefreiheit in Japan

Insgesamt waren wir nicht die einzigen Touristinnen und Touristen mit Rollstuhl — immer ein gutes Zeichen. Öffentliche Gebäude und Museen waren meist gut zugänglich, und es gab überall barrierefreie Toiletten. Dank meines österreichischen Behindertenausweises erhielten wir oft ermäßigte Tickets — mit wenigen Ausnahmen.

Tokio 

Von allen Orten war Tokio am barrierefreiesten — breite Gehwege oder markierte Fußgängerbereiche, abgesenkte Bordsteine an Straßenübergängen.

Kyoto 

Kyoto war weniger barrierefrei — teils wegen der schmaleren Gehwege, teils wegen der Menschenmengen. Tempel waren unterschiedlich zugänglich: viel Kies, manchmal Stufen. Manchmal konnte man einen Rollstuhl ausleihen, manchmal musste man stehen — aber oft gab es einen Gehstock. Toiletten waren immer vorhanden, oft auch barrierefrei, selbst wenn der Tempel selbst nicht vollständig zugänglich war.

Hakone 

Hakone war am wenigsten barrierefrei — besonders mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Barrierefreie“ Busse hatten oft zwei Stufen. Der Uferweg war nur teilweise zugänglich. Es wäre leichter gewesen, wenn Seilbahn und Boote gefahren wären. Mein einziger wirklicher Reise-Fehler: Ich hätte den Plan anpassen sollen, als ich wusste, dass diese außer Betrieb sind.

Mobilität

Wie immer ist das Unterwegssein im Rollstuhl einer der wichtigsten Punkte.

Innerstädtischer Verkehr: Wir haben häufig Taxis über die Go-App genutzt. Mein Mann baute den Rollstuhl fast immer auseinander, damit er in den Kofferraum passte — das funktionierte problemlos. Die U-Bahn in Tokio haben wir einmal getestet — es klappte gut, da beide Stationen Aufzüge hatten, die leicht zu finden waren.

Zwischen Städten: Der Shinkansen zwischen Tokio und Kyoto hatte mehrere Rollstuhlplätze. Der Zug zwischen Kyoto und Odawara hatte keine ausgewiesenen Rollstuhlplätze, war aber stufenlos. In den Bahnhöfen erhielten wir immer Hilfe — oft ungefragt, trotz Sprachbarriere.

Der Gepäcktransfer zwischen Hotels war großartig und hat vieles erleichtert.


Fazit: Reisen in Japan (und Seoul) im Rollstuhl

Eine Reise im Rollstuhl durch Japan war zugleich einfacher… und schwieriger, als ich erwartet hatte. Einfacher, weil Verkehrsmittel, Museen und öffentliche Gebäude oft sehr gut ausgestattet sind — mit Aufzügen, Rampen und barrierefreien Toiletten. Schwieriger, weil Tempel, Gärten und historische Viertel oft Kies, Stufen und Steigungen bedeuten. Tokio war für mich am zugänglichsten, Kyoto am zauberhaftesten (aber auch am vollsten) und Hakone am wenigsten praktisch — besonders, wenn Seilbahn und Boote nicht fahren.

Aber Barrierefreiheit ist nie die ganze Geschichte. Besonders beeindruckt hat mich die Freundlichkeit und Gelassenheit der Menschen — ob im Bahnhof, im Museum oder im Tempel. Mit etwas Planung, Flexibilität, ein paar Taxis und einer Portion Humor ist Reisen im Rollstuhl in Japan nicht nur möglich, sondern zutiefst bereichernd.

Würde ich zurückkehren? Ohne zu zögern. Es gibt noch so viele Tempel, Teehäuser und Kirschbäume zu entdecken — und hoffentlich keine Hindernisse mehr auf dem Weg nach Osaka.

Wenn Sie im Rollstuhl unterwegs sind und von Japan träumen: Lassen Sie sich vom Kies nicht aufhalten — planen Sie, passen Sie sich an… und los geht’s.


♿ Barrierefreiheits-Tabelle — Japan & Seoul

Ort / SehenswürdigkeitBarrierefreiheitsniveauDetails
Tokio – Stadtstraßen🟢 GutBreite Gehwege, abgesenkte Bordsteine.
Tokio – Senso-ji-Tempel🟢 GutTempelinneres per Aufzug erreichbar.
Tokio – TeamLab Borderless🟢 GutVollständig rollstuhlgerecht; Zugangskarte; ermäßigtes Rollstuhlticket.
Tokio – Nationalmuseum Tokio🟢 GutRampen und Aufzüge; barrierefreie Toiletten.
Tokio – Nationalmuseum für westliche Kunst🟢 GutRampen und Aufzüge; barrierefreie Toiletten.
Tokio – Ueno-Park🟢 GutMeist flache, ebene Wege; sehr voll während der Kirschblüte.
Tokio – Hamarikyu-Garten🟢 GutMeist flache, ebene Wege.
Tokio – Yoyogi-Park🟢 GutMeist flache, ebene Wege.
Tokio – Shinjuku Gyoen🟢 GutMeist flache, ebene Wege.
Tokio – Kaiserpalastgärten🟢 GutMeist flache, ebene Wege.
Tokio – Tokyo Metropolitan Government Building🟢 GutMit Aufzug erreichbar.
Kyoto – Stadtstraßen🟡 MittelSchmale Gehwege und viele Menschen erschweren das Vorankommen.
Kyoto – Yasaka-Schrein🟡 MittelZugang über einen Seiteneingang möglich.
Kyoto – Tenryu-ji-Tempel🟡 MittelGarten zugänglich; Hauptgebäude nicht; Kieswege.
Kyoto – Ryōan-ji-Tempel🟡 MittelAußengarten zugänglich; Innenbereich nur zu Fuß (Gehstock vorhanden).
Kyoto – Kinkaku-ji-Tempel🟡 MittelGartenweg teilweise zugänglich.
Kyoto – Fushimi Inari Taisha🟡 MittelInsgesamt zugänglich; einige Abschnitte mit Stufen.
Kyoto – Sanjūsangendō-Tempel🟢 GutVollständig zugänglich; Rollstuhlwechsel vor Ort.
Kyoto – Ginkaku-ji-Tempel🟡 MittelSchöner Garten, aber nur teilweise zugänglich.
Kyoto – Tō-ji-Tempel🟡 MittelGarten zugänglich.
Kyoto – Kaiserpalast🟡 MittelWege befahrbar, aber viel Kies.
Kyoto – Nijō-Schloss🟢 GutSeiteneingang; Rollstuhlwechsel im Gebäude.
Kyoto – Nishiki-Markt🟡 MittelZugänglich, aber eng und sehr voll.
Kyoto – Maruyama-Park🟢 GutAllgemein gut zugänglich.
Kyoto – Arashiyama-Bambuswald🟡 MittelSteigungen und Menschenmengen; mit Hilfe machbar.
Kyoto – Philosophenweg🟡 MittelPflasterweg am Kanal; parallele, glattere Straße vorhanden.
Hakone – Owakudani🟡 MittelInsgesamt zugänglich; Busse nur teilweise angepasst.
Hakone – Uferweg am Ashi-See🟡 / 🔴 GemischtTeilweise zugänglich; teilweise Straßenrand nötig.
Hakone – Open-Air-Museum🟢 GutVollständig zugänglich; glatte Wege und Aufzüge.
Seoul – Stadtstraßen🟢 GutMeist glatte Gehwege; Übergangsrampen teilweise fehlend.
Seoul – Gyeongbokgung-Palast🟢 GutWeitgehend zugänglich mit großen Außenflächen.
Seoul – Bukchon Hanok Village🟡 MittelKopfsteinpflaster, Steigungen und viele Menschen.
Seoul – War Memorial of Korea🟢 GutMuseum und Außenbereiche vollständig barrierefrei.
Seoul – Cheonggyecheon-Flusslauf🟢 GutZugang per Aufzug und Rampe; sehr angenehmer Weg.

Fotos bei der Autorin.


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Über mich

Hallo! Ich bin Clotilde Aubet. Ich bin Französin, lebe in Österreich und arbeite als Senior HR-Führungskraft. Seit über fünfzehn Jahren lebe ich mit einer chronischen und beeinträchtigenden Erkrankung und nutze im Alltag einen Rollstuhl.
In diesem Blog schreibe ich über das Leben und Arbeiten mit Behinderung, über Inklusion und Barrierefreiheit am Arbeitsplatz sowie über barrierefreies Reisen.

Für mehr Information siehe diese Seite.

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